Im medizinischen Sinne wird der Begriff Schizophrenie für eine ganze Gruppe von Erkrankungen verwendet, die mit Realitätsverlust, Trugwahrnehmungen, Wahnvorstellungen, Bewusstseinsstörungen, Störungen des Denkens und der Gefühlswelt verbunden sind. Schizophrenie wird auch als Stoffwechselstörung des Gehirns verstanden, bei der bestimmte Botenstoffe im Gehirn vermehrt andere wiederum vermindert auftreten.
In der Bundesrepublik Deutschland und den westeuropäischen Ländern sind zwischen 0,5 bis 1% der Bevölkerung an Schizophrenie erkrankt. Die Erkrankung tritt zumeist zwischen der Pubertät und dem 30. Lebensjahr erstmals auf.
Folgende Symptombereiche sind für eine schizophrene Erkrankung charakteristisch:
Das veränderte Erleben der eigenen Person, der eigenen Identität: Der Erkrankte erlebt sich fremd und unwirklich; Gedanken, Gefühle, Entscheidungen und Handlungen werden nicht mehr als selbst gesteuert empfunden.
Die Veränderung der Wahrnehmung: Halluzinationen (Trugwahrnehmungen): Halluzinationen sind Sinneswahrnehmungen, die für einen realen Sinneseindruck gehalten werden, obwohl der entsprechende Sinnesreiz gar nicht vorhanden ist. Halluzinationen können alle Sinnesbereiche betreffen (Hören, Sehen, Fühlen, Riechen, Schmecken). Am typischsten ist dabei das Hören von Stimmen.
Die Veränderung der Realitätsauffassung (Wahn): Häufige Wahnvorstellungen bei schizophren Erkrankten sind die Überzeugung, beobachtet und verfolgt zu werden, oder dass äußere Kräfte eine Beeinflussung des Denkens, Fühlens und Handelns verursachen.
Die Veränderung des Denkens: Das Denken entspricht nach seinen formalen Kriterien nicht mehr den Regeln Gesunder. Die Betroffenen bemerken selbst oft Sperrungen oder ein Abreißen des Gedankenflusses. Ebenso wird oft ein Gedankendrängen berichtet, was sich in einem veränderten Sprachgebrauch niederschlägt.
Die Veränderung der Gefühle: Die Veränderungen des Gefühlslebens können sehr vielgestaltig sein. Typischerweise ist bei schizophren Erkrankten der emotionale Kontakt zu anderen Menschen reduziert. Der Ausdruck von Gefühlen kann im Rahmen von affektiven Störungen nicht angemessen sein, die Gefühlsäußerung und der mimische Ausdruck passen nicht zur Situation. Zudem können gehobene, fast manische Stimmungslagen genauso auftreten wie depressive Verstimmungen. Aufgrund der Halluzinationen und der Wahnvorstellungen leiden viele Betroffene unter Angst.
Psychomotorische Störungen: Im Rahmen der Erkrankung kann es geschehen, dass der Betroffene bei voll erhaltenem Bewusstsein regungslos verharrt, oder dass das Gegenteil eintritt, nämlich eine starke motorische Unruhe.
Bei der Behandlung schizophrener Erkrankungen hat sich die Kombination pharmakologischer, psycho- und sozialtherapeutischer Maßnahmen bewährt.
Die Gruppe der dabei am häufigsten eingesetzten Medikamente heißt Neuroleptika. Insbesondere die Neuroleptika der neueren Generation, die sog. Atypika, werden für die Pharmakotherapie empfohlen. Je nachdem, wie der Patient und der Arzt gemeinsam die Entscheidung treffen, können die Wirkstoffe als Tablette eingenommen oder als langwirksame Injektion verabreicht werden.