HIV/AIDS


Die Infektion beginnt mit dem Eindringen von Humanen Immundefizienz-Viren (HIV) in den menschlichen Körper. HIV kann übertragen werden, wenn Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit oder Muttermilch mit offenen Hautverletzungen oder Schleimhäuten in Kontakt kommt. Speichel, Schweiß, Tränen, Urin und andere Körperausscheidungen enthalten weit weniger Viren und kommen daher für eine Infektion kaum in Betracht.

HIV schädigt das Immunsystem, indem es unter anderem die Helferzellen (auch CD4-oder T4-Zellen genannt) befällt und sich in ihnen vermehrt. Die Helferzellen haben zum Beispiel die wichtige Funktion, andere Zellen des Immunsystems bei der Abwehr eingedrungener Erreger zu steuern. Der Körper beginnt häufig mit einer Immunreaktion: grippeähnliche Symptome, Fieber, geschwollene Lymphknoten und Durchfall sind häufig die Folge. Innerhalb weniger Wochen bis Monate nach dieser ersten Infektion wird durch die Abwehrreaktion des Körpers die Viruslast stark gesenkt und die Anzahl der Helferzellen erreicht nahezu das Ausgangsniveau. Die Mehrzahl der mit HIV infizierten Menschen ist dann über mehrere Jahre frei von Symptomen.

Während dieser Zeit entzieht sich das HI-Virus kontinuierlich der Immunkontrolle, so dass es nicht eliminiert werden kann. Über die Jahre kommt es zu einer langsamen, fortschreitenden Schwächung des Immunsystems. Nach durchschnittlich acht bis zehn Jahren sind die körpereigenen Abwehrkräfte so gering, dass ansonsten harmlose Infektionen schwere, lebensbedrohliche Krankheiten verursachen können. Dazu zählen beispielsweise die Pneumocystis-Pneumonie (PcP), eine Form der Lungenentzündung, oder infektiöse Erkrankungen anderer Organe, zum Beispiel der Speiseröhre mit dem Hefepilz Candida albicans. Außerdem treten häufig durch das HI-Virus bedingte Krebsarten wie das Kaposi-Sarkom oder der Gebärmutterhalskrebs sowie Lymphome (bösartige Tumoren des Immunsystems) auf. Bei diesem durch den Immundefekt verursachten Krankheitsbild spricht man von AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome, deutsch: erworbene Immunschwäche-Krankheit). Ohne Behandlung führt die Infektion mit HIV zum Tod.

Mittlerweile gibt es sehr gute medikamentöse Therapiemöglichkeiten, so dass HIV/AIDS inzwischen als chronische Krankheit eingestuft wird. Für keine andere Indikation sind in derart kurzer Zeit so viele Medikamente entwickelt worden wie zur Behandlung von HIV/AIDS. Ein Überlebensvorteil für viele Patienten, da sich zunehmend resistente HIV-Stämme entwickeln. Experten warnen allerdings vor zu großer Sorglosigkeit, da die Krankheit trotz intensiver Forschungsbemühungen immer noch nicht heilbar ist.