Anämie bei Nierenerkrankungen


Bei chronischem Nierenversagen nimmt die Leistungsfähigkeit der Nieren kontinuierlich ab. Bei schwerem Nierenversagen muss die Funktion der Nieren durch eine künstliche "Blutwäsche" übernommen werden. Dieses Verfahren heißt Dialyse. Dabei geht die Verminderung der Reinigungs- und Entwässerungsfunktion der Nieren oft mit der Entstehung einer Blutarmut (Anämie) einher. Diese wird auch als »renale Anämie« bezeichnet, da sie sich infolge einer Nierenerkrankung (ren = griech. Niere) entwickelt. Im Laufe der chronischen Nierenerkrankung entwickeln ca. 90% aller Betroffenen mit chronischer Niereninsuffizienz eine Blutarmut.
Beim gesunden Menschen werden pro Stunde ungefähr 10 Milliarden alte und beschädigte rote Blutkörperchen (Erythrozyten), vor allem in der Milz, aus dem Blutkreislauf entfernt. Um ein Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, entstehen im Knochenmark ununterbrochen ebenso viele neue Erythrozyten. Die Bildung der Erythrozyten wird vom Körper durch das Hormon Erythropoetin, das in der gesunden Niere gebildet wird, gesteuert. Gehen mehr rote Blutkörperchen verloren als neue gebildet werden, entwickelt sich eine Anämie.
Hauptursache der Anämie bei Niereninsuffizienz ist die verminderte Produktion des Hormons Erythropoetin. In der Literatur, aber auch im Alltag wird dieser Begriff häufig mit »Epo« abgekürzt.

Insbesondere bei der Behandlung der Blutarmut wurden im letzten Jahrzehnt erfreuliche medizinische Fortschritte erzielt. Hiervon profitieren nicht nur Dialysepatienten, sondern auch Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz, deren Nierenfunktion bereits stark eingeschränkt ist.